Woran erkenne ich einen guten Webdesigner?

Ob eine Website gut oder schlecht gestaltet ist, ist auch eine Geschmacksfrage. Selbstverständlich ist das optische Erscheinungsbild der Website einer der wichtigsten Bestandteile des Webdesigns. Der erste visuelle Eindruck soll die Besucher Ihrer Website positiv überzeugen.

Aber daneben gibt es jedoch einige überprüfbare technische Anforderungen, die unabdingbar sind für den Erfolg einer Website.

Zeigt das Bild einer Website mit hochgebogener Ecke unter der der Quellcode zu sehen ist

Selbst für erfahrene Webdesigner und -entwickler ist es oft nicht möglich auf den ersten Blick, nur vom visuellen Eindruck her, zu erkennen, ob eine Website professionell erstellt wurde oder nicht. Erst durch einen “Blick unter die Haube” ist es möglich zu erkennen, ob der Webdesigner professionell arbeitet.

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen dazu ein paar Entscheidungshilfen für die Auswahl an die Hand geben.

Quelltext – der Bauplan der Website

Was Sie im Browserfenster sehen und was der Browser geliefert bekommt sind zwei verschiedene Dinge. Der Webbrowser bekommt vom Webserver lediglich eine Art Bauplan in Form des sogenannten Quelltextes geliefert. Das was Sie als Website in Ihrem Browserfenster sehen, ist im Prinzip nur der Versuch des von Ihnen benutzten Webbrowsers diesen Bauplan umzusetzen.

In jedem Browser gibt es irgendwo im Menü Ansicht einen Befehl “Quelltext anzeigen” oder “Seitenquelltext anzeigen“, mit dem Sie sich den Bauplan der Website, die Sie gerade betrachten, anzeigen lassen können.

Sinnvolle Strukturierung

Der Quelltext einer Website wird in der Auszeichnungssprache HTML bzw. heute meist XHTML geschrieben. Durch sogenannte Tags (Tags kann man sich wie Etiketten vorstellen, die in den Text der Website “geklebt” werden) werden die Inhalte einer Website nach ihrer Bedeutung geordnet, d.h. Überschriften werden als Überschriften, Absatztexte als Absatztexte, Bilder als Bilder, Tabellen als Tabellen usw. gekennzeichnet.
Dadurch ist es für den Webbrowser möglich zu erkennen worum es sich handelt und welches Element dargestellt werden soll. Wichtig ist die korrekte Kennzeichnung der einzelnen Inhaltselemente auch im Hinblick auf die Platzierung Ihrer Website in Suchmaschinen: Nur durch die korrekte Benutzung der Tags können Suchmaschinen erkennen, was auf Ihnen auf einer Seite wichtig ist und was nicht.

Fehlerfreie Codierung

Genau wie bei jeder anderen Dienstleistung oder jedem anderen Handwerk gibt es auch für Webdesign Standards. Diese werden von einem internationalen Konsortium, dem World Wide Web Consortium (W3C), festgelegt und sollen dazu dienen, das Web so unabhängig wie möglich zu halten. Unabhängig bedeutet hier, das niemand einen PC von Firma XY mit einem Browser von AB haben muß, um alle Websites betrachten zu können.

Im Gegensatz zur Anfangszeit des Internets in den 90ern verwenden heutige Internet-Nutzer, und damit auch Ihre potentiellen Kunden, Windows-PCs, Apple-Computer (auch Mac genannt) oder Linux-Rechner.
Für diese Betriebssysteme gibt es neben den bekannten Webbrowsern Internet Explorer und Firefox noch mindestens ein Dutzend weiterer Browser, die ständig weiterentwickelt werden, z.B. den Opera oder den Safari-Browser.

Bildschirme in zwei bis drei Standardgrößen gehören inzwischen auch der Geschichte an: Ihre potentiellen Nutzer haben heute riesige 24-Zoll oder 30-Zoll-Breitbildmonitore, ein Laptop-Display von 17-Zoll oder ein Mini-Display auf einem internetfähigen Handy wie dem iPhone.
Damit eine Website auf all diesen Systemen korrekt dargestellt werden kann, ist es wichtig sich bei der Erstellung der Website an die geltenden Standards zu halten.

Zur Überprüfung, ob das XHTML oder HTML von Websites fehlerfrei erstellt wurde, gibt es spezielle Programme, sogenannte Validatoren.

Bild vom Validator

Mit dem im Internet verfügbaren Validator des W3C können Sie selbst überprüfen, ob ein Webdesigner “sauber” arbeitet oder nicht.

Was ist neben fehlerfreiem Quelltext besonders wichtig?

Werfen Sie einen Blick in den Quelltext ob folgendes vorhanden ist:

1.Ist der sogenannte DOCTYPE korrekt gesetzt?

Der DOCTYPE befindet sich (bzw. sollte sich da befinden) in der ersten Zeile des Quelltextes – diese sogenannte Dokumententyp-Definition sagt dem Browser 3 Dinge:

  • wie das Stammelement heißt, das alle anderen Elemente der Website enthält (html)
  • welche Version von HTML bei dieser Website benutzt wird hier (hier z.B. XHTML 1.0 Strict)
  • und wo die dazugehörenden Regeln, gewissermaßen das Grammatikbuch, zu finden sind (hier z.B. http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd)

Auf dieser Website z.B.:


Fehlt der DOCTYPE, ist er unvollständig oder steht nicht in der ersten Zeile, dann wechseln einige Browser in einen anderen Modus (den sogenannten Quirks-Modus), was recht drastische Auswirkungen auf die Darstellung der Website haben kann.

2.Verwendet der Webdesigner das title-Tag?

Das title-Tag sollte einen kurzen Text zur Beschreibung der Website enthalten.

Zum Beispiel hat die Seite, die Sie gerade lesen folgendes title-Tag:


Dieser Text taucht an verschiedenen Stellen wieder auf:

  • in der Titelleiste des Browsers
  • als Beschriftung der Register (Tabs) bei modernen Browsern
  • als Name für Favoriten bzw. Lesezeichen
  • als optisch hervorgehobener Link in den Ergebnislisten von Suchmaschinen

Zeigt an welchen Stellen im Browser das title-Tag angezeigt wird

Gerade die Bedeutung in Bezug auf Suchmaschinen wird auch von vielen professionellen Webdesignern unterschätzt … wie folgende Google-Suche zeigt:

Fast 4 Milionen Websites mit dem nichtssagenden Titel UNBENANNT findet Google

Dabei wirkt doch ein Titel der den Suchbegriff enthält viel einladender, oder?

Die Website von Advanced Simple in den Suchergebnissen von Google

3.Sind Überschriften als Überschriften gekennzeichnet?

Was der Internet-Nutzer im Browser als Überschrift erkennt, z.B. weil die Schrift größer oder fett gedruckt ist, muß für die Suchmaschinen trotzdem nicht als Überschrift erkennbar sein.

Korrekterweise werden Überschriften im Quelltext mit den Tags h1 bis h6 gekennzeichnet. Mit h1 wird dabei die Hauptüberschrift der Website markiert, mit h2 eine (oder mehrere) Überschrift(en) der zweiten Gliederungsebene usw.

Die Überschrift dieser Unterseite wird bspw. folgendermaßen gekennzeichnet:

Woran erkenne ich einen guten Webdesigner?

Durch die saubere Gliederung der Website mit Hilfe von Überschriften wird zum einen die Lesbarkeit erhöht und zum anderen werten Suchmaschinen den innerhalb von Überschriften-Tags stehenden Text höher.
Suchmaschinen erkennen Überschriften nur an den korrekten HTML-Tags.

Sind diese Punkte erfüllt, dann können Sie schon einmal sicher sein, das der Webdesigner Ihrer Wahl auch wirklich mit dem Medium Internet und seinen Besonderheiten vertraut ist.